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Die Absurdität der EUid-Wallet: Nur mit Apple oder Google?

Die EUid-Wallet soll die digitale Identität sichern, doch nur wer ein Apple- oder Google-Konto hat, kann sie nutzen. Ein Schritt in die falsche Richtung?

Von Anna Müller12. Juni 2026, 06:512 Min Lesezeit

HAMBURG, 12. Juni 2026Eigener Bericht

Die EUid-Wallet, als Teil der digitalen Identität Deutschlands, klingt zunächst nach einer praktischen Innovation. Jeder soll mit einem einzigen digitalen Dokument einfach und sicher identifiziert werden können. Aber dann kommt die große Überraschung: Um die EUid-Wallet nutzen zu können, braucht man ein Konto bei Apple oder Google. Das wirft Fragen auf, und zwar nicht nur aus technischer Sicht. Man könnte fast meinen, die EU wolle uns einen alten Hut verkaufen und dabei auf die neuesten Trends setzen.

Notice how diese Entscheidung schier absurd wirkt. Ein System, das uns eigentlich Freiheit und Kontrolle über unsere eigene digitale Identität bieten soll, bindet uns an die Plattformen von Tech-Giganten. Wenn du kein iPhone oder Android-Gerät hast? Pech gehabt. Du bist aus dem Spiel. Das ist nicht nur ein technischer Schwachpunkt, sondern auch eine soziale Ungleichheit, die hier nicht ignoriert werden kann. Denn in einer Zeit, wo digitale Teilhabe als Grundrecht gesehen wird, wird das Prinzip „no account, no access“ zum echten Problem.

Gleichzeitig könnte man argumentieren, dass diese Abhängigkeit von großen Tech-Unternehmen auch Vorteile hat. Die Nutzererfahrung und Sicherheit könnten höher sein, weil diese Firmen über jahrzehntelange Erfahrung in der digitalen Identität verfügen. Aber sind wir bereit, unsere Privatsphäre und Unabhängigkeit dafür aufzugeben? Man fragt sich, wieso die EU nicht eine eigene, unabhängige Lösung entwickelt hat. Es ist sogar ein bisschen ironisch, dass eine Institution, die für die Wahrung von Bürgerrechten steht, so einen Schritt macht.

Und dann gibt’s noch die technische Seite. Die EUid-Wallet legt auf eine Art und Weise Wert auf Blockchain-Technologie und Dezentralität. Doch wie dezentral ist ein System, das auf Google und Apple angewiesen ist? Das ist der Widerspruch, den viele Technik-Fans und auch Datenschützer nicht ignorieren können. Irgendwo zwischen Datenschutz und Benutzerfreundlichkeit steht die Frage der Kontrolle. Wer hat letztendlich die Hoheit über die Daten, wenn diese an Unternehmen gebunden sind, deren Geschäftsmodelle auf Datenberichterstattung basieren?

Es gibt auch die Gefahr, dass man hier an einer Art von digitalen Monopolen festhält. Wenn die EUid-Wallet nur mit bestimmten Konten funktioniert, untergräbt das die Idee von Vielfalt und Innovation. Was passiert, wenn Apple oder Google ihre Bedingungen ändern? Oder wenn du einfach nicht mit den AGB einverstanden bist? Die Flexibilität, die das digitale Leben eigentlich fördern sollte, wird hier ad absurdum geführt.

Du könntest denken, dass mit diesen Herausforderungen auch Chancen verbunden sind. Doch wenn der Zugang zu grundlegenden digitalen Identitäten nur einen bestimmten Nutzerkreis beigeordnet ist, ist das für eine offene digitale Gesellschaft ein Rückschritt. Die Idee, dass Bürger die Hoheit über ihre eigene digitale Identität haben, ist zentral, aber dieser Weg führt anscheinend in die falsche Richtung. Wir stehen vor einer Herausforderung, die nicht nur technische Fähigkeiten erfordert, sondern auch einen deutlichen Sinn für Gerechtigkeit.

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