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Ein Morgen ohne Stress: Herr Frühauf lernt das Ausschlafen

In 'Auch Herr Frühauf darf mal ausschlafen' wird das Thema Stressbewältigung für Kinder liebevoll behandelt. Ein empfehlenswertes Kinderbuch für alle kleinen Morgenmuffel.

Von Sophie Klein13. Juni 2026, 03:442 Min Lesezeit

KÖLN, 13. Juni 2026Eigener Bericht

Als Elternteil von Kindern in Vorschulalter habe ich oft das Gefühl, dass Stress und Hektik in unseren Morgenritualen die Norm geworden sind. Das neue Kinderbuch „Auch Herr Frühauf darf mal ausschlafen“ von Anna Müller bringt frischen Wind in die Diskussion um den Umgang mit Stress – und das auf eine charmante, humorvolle Weise. Ich kann es nur empfehlen, denn es behandelt ein Thema, das für viele von uns inzwischen so vertraut ist: Die Kunst des Ausschlafens.

In der Geschichte geht es um einen kleinen Bären namens Herr Frühauf, der stets der Erste ist, der aufsteht. Überall um ihn herum wird gefrühstückt, gespielt und getobt, während er, erschöpft von den frühen Morgenstunden, zunehmend überfordert ist. Es ist bezeichnend, wie die Autorin die Hektik der modernen Welt einfängt und gleichzeitig die kindliche Sichtweise aufzeigt. Ein klarer Vorteil dieser Erzählung ist, dass sie Kindern vermittelt, dass nicht jeder Tag mit einem straffen Zeitplan gefüllt sein muss. Sie ermutigt unsere Kleinen, sich auch mal Zeit für sich selbst zu nehmen, was gerade in der heutigen Zeit von enormer Wichtigkeit ist.

Ein weiterer Aspekt, den ich an diesem Buch schätze, ist der stilistische Ansatz, den die Illustratorin Lisa Schmidt gewählt hat. Ihre bunten, lebhaften Zeichnungen laden Kinder dazu ein, sich in die Geschichte hineinzuversetzen. Die Bilder unterstützen nicht nur die Erzählung, sondern verleihen ihr auch eine leicht surreale Note, die das Ganze zusätzlich auflockert. Hier wird deutlich: Zahlen und Fakten aus der Verhaltensforschung sind schön und gut, aber das visuelle Erlebnis ist oft der Schlüssel, um Kinder für ernsthafte Themen zu sensibilisieren.

Ein potenzieller Einwand könnte sein, dass das Buch in einer Welt, in der Zeitmanagement und Produktivität die obersten Regeln bestimmen, den falschen Eindruck vermittelt. Ist es nicht besser, den Kindern beizubringen, wie man effizient ist und den Tag für alle Beteiligten optimal gestaltet? Hier würde ich entgegnen, dass die Fähigkeit, auch mal innezuhalten und das Leben zu genießen, in der Tat eine der wichtigsten Kompetenzen ist, die wir ihnen mit auf den Weg geben können. Schließlich ist das Ausschlafen nicht einfach ein Zeichen von Faulheit, sondern kann auch ein Ausdruck von Selbstfürsorge sein.

Insgesamt ist „Auch Herr Frühauf darf mal ausschlafen“ nicht nur ein Kinderbuch, sondern ein Plädoyer für mehr Gelassenheit in einer oft zu hektischen Welt. Es lehrt unsere Kinder, dass es in Ordnung ist, nicht immer der Erste zu sein – und das, liebe Leser, ist eine Botschaft, die wir alle annehmen sollten.

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